Das Jugendgremium hat bei der letzten Vollversammlung am 02.10.2025 Stellung zur Herkulesbahn genommen.
Statement:
Im Verkehrsausschuss der Stadt Kassel wurde am 16. September die Machbarkeitsstudie bezüglich der Herkulesbahn vorgestellt. Das Ergebnis ist, dass die Herkulesbahn förderfähig wäre. Allerdings ist nicht bekannt, in welcher Höhe der städtische Haushalt mit den Kosten belastet werden würde.
Wir als Jugendgremium der Stadt Kassel begrüßen den Ausbau von Verkehrsmitteln, die die Mobilität von Jugendlichen verbessert. Dennoch wundern wir uns über die Priorisierung von städtischen Geldern: Wieso wird an Schulen gespart?
Außerdem sehen wir die geschätzten Kosten des Projektes von 40 bis 60 Millionen in keinem Verhältnis zu seinem Nutzen. Bei der Herkulesbahn handelt es sich um ein primär touristisches Projekt, ganz im Gegensatz zur nicht mehr geplanten Straßenbahn nach Harleshausen. Des Weiteren wird aller Voraussicht nach auch das Deutschlandticket für die Herkulesbahn gelten, so dass die Wirtschaftlichkeit der Strecke stark in Frage zu stellen ist. Aufgrund der genannten und weiteren unvorhersehbaren Kosten sehen wir die Generationengerechtigkeit gefährdet. Dies würde wegfallen, falls eine Seilbahn zum Herkules von einem Privaten Investor realisiert würde. Allerdings sehen wir dies unter Umweltaspekten als problematisch an.
Auch halten wir den Ausbau von der bereits bestehenden Busverbindung zu Stoßzeiten und den Transport von Mountainbiker zum Trailpark Kassel für wesentlich zielgerichteter. Ein weiterer Vorteil bei dieser Lösung wäre, dass die Umwelt weitaus weniger belastet würde, als beim Neubau einer Straßenbahntrasse. Darüber hinaus ist der Einsatz von Bussen deutlich flexibler. Die historische Waldtrasse halten wir für unrealisierbar, da der Teil des Habichtswald rund um den Herkules seine Waldfunktion verlieren würde und ein hoher Schaden im Naturraum resultieren würde. Falls sich die Stadt dennoch für die Herkulesbahn entscheiden sollte, halten wir die Trasse über das Ehlener Kreuz für weitaus umweltverträglicher, aber in der Summe bewertet trotzdem für nicht zufriedenstellend.
Generell verwundert uns, dass über eine mögliche Realisierung der Herkulesbahn überhaupt diskutiert wird, während die städtischen Kassen klamm sind und das Geld für Schulen und andere Projekte für Jugendliche fehlt.
Verfasst von
Jano Gilfert
Jano.Gilfert@jupa-kassel.de
Wahlbezirk 6 – Nordwest
Mitglied
Arbeitsgruppe
Klima, Mobilität und Nachhaltigkeit
Finanzen, Netzwerk und Demokratie
Gesundheit und Sicherheit
